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Ship-Management-Talk

Timing ist alles: Zehn Jahre Ship Management

von Ronald Winter·Dezember 12, 2025·3 Min. Lesezeit

Es gibt Jahre, in denen die Schifffahrt um jede Ladung kämpft, und Jahre, in denen die Raten über Nacht durch die Decke gehen. Wer die letzten zehn Jahre im operativen Geschäft erlebt hat, weiß: Des einen Leid ist des anderen Freud, und selten hatte diese alte Kaufmannsweisheit so viel mit Weltpolitik zu tun wie in dieser Zeit.

Timing ist in unserer Branche fast alles. Doch das Timing der großen Wellen bestimmen wir nicht selbst. Was aus einer Erfahrung im Shipmanagement über die Jahre bleibt, ist die Erkenntnis, dass man den Markt nicht steuern, aber den eigenen Betrieb darauf vorbereiten kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor Corona durchlebte die Schifffahrt, gerade in Deutschland, eine schwere Zeit aus Überkapazitäten, Konsolidierungen und Insolvenzen.
  • Erst als der Markt bereinigt war, drehte sich das Bild und die Nachfrage zog wieder an.
  • Gestörte Lieferketten und geopolitische Ereignisse trieben Raten und Schiffspreise über Nacht in die Höhe.
  • In guten wie schlechten Zeiten trägt Sie ein verlässliches operatives Geschäft, das im Schadenfall liquide bleibt.

Die harten Jahre vor der Wende

Bevor es wieder lief, stand die Branche mit dem Rücken zur Wand. Zu viele Schiffe trafen auf zu wenig Ladung, die Raten deckten kaum die Kosten, und eine Welle aus Konsolidierungen und Insolvenzen zog über den Markt, besonders in Deutschland. Der Markt musste sich erst schmerzhaft bereinigen, bevor überhaupt Raum für eine Erholung entstand.

Diese Jahre waren bitter, aber sie waren lehrreich. Wer sie im operativen Geschäft überstanden hat, hat gelernt, jeden Kostenblock ernst zu nehmen und keine Reserve leichtfertig zu verspielen. Genau diese Disziplin zahlt sich aus, wenn das Blatt sich dreht.

Was zehn Jahre Shipmanagement-Erfahrung lehren

Dann kam Corona, und mit den gestörten Lieferketten lief es plötzlich wieder für die Schifffahrt. Geopolitische Ereignisse taten ihr Übriges: Als der Weg durch den Suezkanal und das Rote Meer unsicher wurde, mussten Schiffe längere Routen fahren, Kapazität wurde knapp, und Raten wie Schiffspreise gingen über Nacht durch die Decke. Was gestern kaum zu verkaufen war, war heute gefragt.

Die eigentliche Lehre aus dieser Shipmanagement-Erfahrung ist nicht, den nächsten Ausschlag vorherzusagen. Es ist die Einsicht, dass Sie den Zeitpunkt der großen Bewegungen nicht in der Hand haben. In der Hand haben Sie, wie robust Ihr Betrieb dasteht, wenn die Bewegung kommt.

Der Betrieb, auf den Sie sich verlassen können

Ein Schaden fragt nicht nach der Marktlage. Er trifft Sie im Tief genauso wie im Hoch, und der Selbstbehalt Ihrer Kaskoversicherung wird sofort fällig. Wer in schwachen Zeiten ohnehin knapp kalkuliert, gerät dann schnell unter Druck. Die Ausschnittsdeckung trägt genau diesen Selbstbehalt und sorgt dafür, dass Ihr operatives Geschäft auch dann verlässlich bleibt, wenn der Markt gerade gegen Sie läuft. Wie eng Deckung und gelebte Praxis bei uns zusammenhängen, zeigt unsere Geschichte aus der Reederei.

Den richtigen Zeitpunkt schenkt uns der Markt oder eben nicht. Ob wir ihn nutzen können, entscheidet sich vorher, in der Stabilität des eigenen Betriebs.

Fazit

Zehn Jahre zwischen Insolvenzwelle und Ratenrekord zeigen: Timing ist alles, aber niemand von uns bestimmt es allein. Was diese Shipmanagement-Erfahrung wirklich lehrt, ist die Vorsorge für beide Fälle. Gut, wenn Sie sich in guten wie schlechten Zeiten auf Ihr operatives Geschäft verlassen können, weil ein Schaden Ihre Liquidität nicht aus der Bahn wirft. Dann sind Sie bereit, wenn die Welle kommt.

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