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Ausschnittsdeckung & Deckungskonzepte

Was deckt die Ausschnittsdeckung?

von Ronald Winter·Juni 15, 2026·3 Min. Lesezeit

Eine Reederei kann hervorragend versichert sein und trotzdem an dem Tag ins Straucheln geraten, an dem ein Schaden eintritt. Der Grund liegt selten in einer vergessenen Police. Er liegt in einer Lücke, die selbst eine sehr gute Absicherung offenlässt. Genau an dieser Stelle arbeitet die Franchisenversicherung in der Schifffahrt, die wir Ausschnittsdeckung nennen.

Wer sein Schiff kennt, weiß es: Zwischen dem, was die Kaskoversicherung übernimmt, und dem, was am Ende auf dem eigenen Konto landet, liegt der Selbstbehalt. Und der ist im Ernstfall größer, als vielen lieb ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausschnittsdeckung ersetzt keine bestehende Versicherung, sie schließt die verbleibende Lücke.
  • Sie trägt den Selbstbehalt Ihrer Hull-and-Machinery und sichert damit Ihre Liquidität.
  • Sie ist der Anker im Schadenfall und hält den Schiffsbetrieb reibungslos am Laufen.
  • So schonen Sie Ihre Reserven für Wichtigeres, zum Beispiel neue Projekte.

Warum die Franchisenversicherung in der Schifffahrt keine zweite Police ist

Ein häufiges Missverständnis lautet, die Ausschnittsdeckung sei eine weitere Versicherung, die etwas doppelt absichert. Das Gegenteil ist der Fall. Ihre Kaskoversicherung übernimmt den Schaden am Schiff, aber erst oberhalb eines vereinbarten Selbstbehalts. Alles darunter tragen Sie selbst, und dieser Betrag beginnt in der Hull-and-Machinery oft im sechsstelligen Bereich.

Die Ausschnittsdeckung deckt nicht ein zweites Mal das Schiff, sondern genau den Teil des Schadens, den Ihre bestehende Absicherung offenlässt. Sie schiebt sich also nicht vor Ihre Kaskoversicherung, sondern schließt sich lückenlos daran an. Damit ist sie kein Ersatz, sondern die Vervollständigung Ihres Schutzes. Wer diesen Unterschied einmal verstanden hat, sieht die eigene Absicherung mit anderen Augen: Nicht die Zahl der Policen entscheidet über Sicherheit, sondern die Frage, ob am Ende noch eine Lücke bleibt.

Was genau die Ausschnittsdeckung übernimmt

Fällt ein Grundberührungs- oder Maschinenschaden an, wird der Selbstbehalt sofort fällig. In diesem Moment fragt niemand, ob gerade Chartereinnahmen eingegangen sind. Die Rechnung für Dockung, Vermessung und Instandsetzung liegt auf dem Tisch, und sie will bezahlt werden.

Hier übernimmt die Ausschnittsdeckung den Selbstbehalt und verwandelt eine schwer planbare Belastung in einen kalkulierbaren Kostenpunkt. Sie müssen nicht auf eine Zwischenfinanzierung warten und keine Rücklage auflösen. Wie eng Deckung und Praxis bei uns zusammenhängen, zeigt unsere Erfahrung aus über zehn Jahren Reederei.

Eine gute Versicherung sichert das Schiff. Eine vollständige Absicherung sichert auch Ihre Handlungsfreiheit am Tag danach.

Der Anker, der Ihre Reserven schont

Im Schadenfall zählt jede Stunde, denn ein Schiff verdient Geld, wenn es fährt, nicht wenn es auf eine Finanzierungszusage wartet. Weil die Ausschnittsdeckung den Selbstbehalt trägt, bleiben Sie liquide und behalten die Führung über das Verfahren, gerade wenn das Konto durch ausbleibende Einnahmen ohnehin knapp ist.

Vor allem aber müssen Sie kein Kapital dauerhaft für den Ernstfall zurücklegen. Die Summe, die sonst als stille Reserve gebunden wäre, bleibt frei für das, was Ihr Unternehmen voranbringt. Die Details, welche Schadenarten die Deckung erfasst, finden Sie auf unserer Seite zur Ausschnittsdeckung im Schiffsbetrieb.

Fazit

Die Franchisenversicherung in der Schifffahrt ersetzt nichts, sie vervollständigt. Sie legt sich genau in die Lücke, die zwischen einer guten Kaskoversicherung und Ihrem Konto klafft, und macht Sie im Schadenfall zum Herrn des Verfahrens. So bleibt Ihr Schiffsbetrieb reibungslos, Ihre Reserven bleiben unangetastet, und Ihr Kapital bleibt dort, wo es arbeiten soll.

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