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Liquidität & Betriebskosten

OPEX: Die laufenden Kosten sind hoch

von Ronald Winter·Januar 27, 2026·3 Min. Lesezeit

Ein Schiff, das an der Pier liegt und auf die Freigabe wartet, verdient kein Geld. Die Kosten aber laufen weiter, Stunde um Stunde, als wäre nichts geschehen. Die Crew ist an Bord, die Aggregate summen, die Rechnungen kommen pünktlich.

Genau das macht die OPEX im Schiffsbetrieb so unerbittlich. Sie richten sich nicht danach, ob Ihr Schiff gerade OnHire oder OffHire ist. Sie fallen an, egal ob eine Charterrate hereinkommt oder nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die OPEX laufen immer, unabhängig davon, ob das Schiff gerade Geld verdient.
  • Bei Schaden oder Ausfallzeit sinken die laufenden Kosten nur marginal.
  • Crew, Bunker, Liegegeld, Hafengebühren und Versicherungen bleiben auch bei OffHire fällig.
  • Mit genügend Liquidität bleibt das Management im Schadenfall handlungsfähig, ohne auf kurzfristige Finanzmittel zu warten.

Warum die laufenden Kosten nicht pausieren

Viele erwarten, dass ein Schiff bei einem Ausfall auch günstiger wird. Die Realität sieht anders aus. Fällt das Schiff aus, sinken die Running Expenses nur geringfügig. Der Löwenanteil der OPEX im Schiffsbetrieb läuft weiter, weil die teuersten Posten nicht abschaltbar sind.

Die Besatzung bleibt an Bord, denn ohne Crew steht auch die Instandsetzung still. Die Aggregate laufen, weil ein Schiff ohne Energieversorgung nicht sicher liegt. Hinzu kommen Bunker, Liegegeld, Hafengebühren und die Versicherungsprämien, die weiterhin fällig werden. Aus dem stillstehenden Schiff wird so ein stiller, aber konstanter Geldabfluss, während die Einnahmenseite auf null steht. Eine spürbare Entlastung bringt die Ausfallzeit also nicht, und genau darin liegt die Tücke: Die Kosten pausieren nicht, nur weil das Geschäft es tut.

Ausfallzeit trifft beide Seiten der Bilanz

Ein Schaden wirkt in der Bilanz doppelt. Auf der einen Seite fehlt die Charterrate, weil das Schiff nicht fährt. Auf der anderen Seite laufen die Kosten weiter. Diese Schere ist das eigentliche Risiko einer Ausfallzeit, nicht allein die Reparaturrechnung.

Dazu kommt der Selbstbehalt Ihrer Kaskoversicherung, der in der Hull-and-Machinery oft bei sechsstelligen Beträgen beginnt. Genau in dem Moment, in dem keine Einnahmen hereinkommen, wird dieser Betrag fällig. Wer dann erst nach Finanzierung sucht, verliert Zeit, und Zeit ist im Schadenfall bares Geld.

Ein Schiff kostet nicht weniger, wenn es stillsteht. Es kostet gleich viel und verdient nichts dazu.

Handlungsfähig bleiben, wenn nichts hereinkommt

Gut ist ein Schiffsbetrieb dann aufgestellt, wenn das Management auch bei OffHire beweglich bleibt. Das gelingt, wenn die Liquidität nicht durch einen einzelnen Schadenfall aufgezehrt wird. Die Ausschnittsdeckung übernimmt den Selbstbehalt Ihrer Kaskoversicherung und hält Ihnen genau das Kapital frei, das Sie brauchen, um die laufenden Kosten weiter zu tragen.

So müssen Sie nicht auf kurzfristige Finanzmittel warten, während die OPEX weiterlaufen. Sie können sofort entscheiden, das Schiff reparieren lassen und es schnellstmöglich wieder in Fahrt bringen. Jede Stunde, die Sie dabei gewinnen, verkürzt die teure Lücke zwischen Stillstand und nächster Charterrate.

Fazit

Die OPEX im Schiffsbetrieb sind hoch und vor allem unnachgiebig. Sie laufen weiter, ob das Schiff Geld verdient oder nicht. Genau deshalb ist Liquidität im Schadenfall keine Nebensache, sondern die Voraussetzung dafür, handlungsfähig zu bleiben. Wer den Selbstbehalt auslagert, hält sich den Rücken frei für das, was zählt: das Schiff wieder in Fahrt zu bringen.

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