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Schadenfälle & Schadenkompetenz

Suez-Kanal: 60.000 Dollar für ein Foto

von Ronald Winter·Dezember 12, 2025·3 Min. Lesezeit

Ein Kapitän möchte die Durchfahrt durch den Suez-Kanal festhalten. Starke Bilder für das Marketing, ein gutes Motiv für die Reederei, eine Drohne steigt auf. Die Absicht ist ehrenwert, das Ergebnis ein teurer Schaden. Wie schnell im Suezkanal aus guter Absicht ein handfestes Problem für die Reederei wird, zeigt dieser Fall aus der Praxis.

Zwei Wochen später ist das Schiff wieder frei, die Reederei rund 60.000 US-Dollar ärmer, Drohne und Fotos hat niemand je wiedergesehen. Der Vorfall hatte nichts mit Ladung, Sturm oder technischem Defekt zu tun, sondern mit einer gut gemeinten Idee zur falschen Zeit am falschen Ort.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gut gemeint ist nicht gut gemacht: Eine Drohnenaufnahme im Suezkanal endete mit rund 60.000 US-Dollar Kosten.
  • Das Schiff war zwei Wochen festgesetzt, Drohne und Bilder blieben verloren.
  • Solche Schäden entstehen abseits jeder Seekarte und sind durch keine klassische Police gedeckt.
  • Wer im Schadenfall liquide bleibt, verhandelt aus einer Position der Stärke statt aus der Not.

Wie aus einem Foto ein Fall wurde

Der Suez-Kanal ist eine der sensibelsten Wasserstraßen der Welt. Was in einem Hafen als sympathische Marketingaktion durchgeht, kann hier als ganz anderer Vorgang gewertet werden. Der Kapitän wollte lediglich gute Aufnahmen für die Reederei, die Situation entwickelte aber eine eigene Dynamik.

Das Ergebnis ist bekannt: zwei Wochen Verzögerung, rund 60.000 US-Dollar Kosten, Drohne und Fotos dauerhaft verloren. Der eigentliche Schaden lag nicht in der Technik, sondern in einer Fehleinschätzung der Lage. Weitere Details tun hier wenig zur Sache, denn die Lehre ist unabhängig vom Einzelfall dieselbe: In der Schifffahrt entstehen Kosten nicht nur dort, wo man sie erwartet.

Warum der Schaden im Suezkanal die ganze Reederei trifft

Zwei Wochen Stillstand sind in der Linien- und Trampfahrt eine Ewigkeit. Charterraten laufen weiter, Anschlusstermine geraten in Gefahr, und jede Verzögerung zieht Gespräche mit Charterern und Partnern nach sich. Ein Betrag von 60.000 US-Dollar ist zudem selten der Endpunkt, sondern der sichtbare Teil einer längeren Kostenspur.

Genau in solchen Momenten entscheidet sich, wie handlungsfähig eine Reederei wirklich ist. Wer die nötige Liquidität sofort verfügbar hat, klärt die Lage vor Ort, statt sie durch Finanzierungsfragen zu verlängern. Der Selbstbehalt der Kaskoversicherung und viele Nebenkosten treffen das Konto genau dann, wenn die Einnahmen stocken.

Nicht jeder Schaden steht in der Seekarte. Aber jeder Schaden will bezahlt werden, am besten aus einer Position der Stärke.

Vorsorge, die auch das Unerwartete trägt

Kein Regelwerk der Welt verhindert jede menschliche Fehleinschätzung, weder an Bord noch an Land. Deshalb setzen wir auf eine Absicherung, die Ihre Handlungsfähigkeit schützt, statt nur einzelne Bauteile zu ersetzen. Die Ausschnittsdeckung übernimmt den Selbstbehalt Ihrer Kaskoversicherung und hält Sie liquide, wenn ein Vorfall Ihr Schiff aus dem Fahrplan reißt. So bleibt Ihr Betriebskapital dort, wo es hingehört, und ist nicht durch Rückstellungen für den Ernstfall gebunden.

Fazit

60.000 US-Dollar für ein Foto sind eine teure Lektion, aber eine lehrreiche. Ein Schaden im Suezkanal trifft die Reederei oft dort, wo sie ihn am wenigsten erwartet, und selten dort, wo die Technik versagt. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Wer im entscheidenden Moment liquide bleibt, verwandelt einen bösen Zwischenfall in eine überschaubare Rechnung. Die Bilder sind verloren. Die Handlungsfähigkeit muss es nicht sein.

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