IMO-Klimaziele in der Schwebe: Warum niemand in der ersten Reihe stehen will
Viele in der Branche waren sich sicher: Die IMO würde den Weg zur CO2-Freiheit absegnen, eine Selbstverpflichtung der Schifffahrt, künftig ohne CO2-Emissionen unterwegs zu sein. Doch wenn einige aus der Reihe tanzen, wird es schwierig mit ambitionierten Mehrheitsentscheidungen. Die IMO-Klimaziele für die Schifffahrt stehen damit unter einem großen Fragezeichen.
Die USA und einige andere Staaten haben sich von dem Vorhaben losgesagt. Das hat in der Branche einen spürbaren Rückschritt bewirkt, und viele Unternehmen sind wieder unsicher, worauf sie sich einstellen sollen. Wohin geht der Weg: bald wieder jeder für sich oder doch noch alle zusammen?
- Ein weltweit gültiger IMO-Beschluss zu den CO2-Zielen ist ins Stocken geraten.
- Offen ist, wie die Ziele antriebsseitig und brennstoffseitig geregelt werden.
- Dazu kommt ein Zeitverzug: Niemand weiß sicher, ab wann neue Regeln gelten.
- Wer zu früh auf ein Pferd setzt, riskiert Geld, Liquidität erhält die Reaktionsfähigkeit.
Warum die IMO-Klimaziele die Schifffahrt verunsichern
Eine globale Branche braucht globale Regeln. Nur wenn die Vorgaben für alle gelten, entsteht ein fairer Rahmen, in dem sich Investitionen planen lassen. Weltweit gültige Ratifizierungen, wie sie für die CO2-Ziele bis 2050 angestrebt wurden, sind deshalb so wertvoll und zugleich so schwer zu erreichen. Steigen wichtige Staaten aus, verliert der Rahmen an Verbindlichkeit.
Unklar bleibt damit, wie die klimapolitischen Ziele konkret umgesetzt werden: auf der Antriebsseite, bei den Brennstoffen oder in beidem. Ohne verlässlichen Rahmen wird jede technische Entscheidung zu einer Wette auf die Regulierung. Diese Wette gehen viele Unternehmen verständlicherweise nur ungern ein.
Zeit ist Geld: das Risiko, zu früh auf ein Pferd zu setzen
Zur inhaltlichen Unsicherheit kommt eine zeitliche. Es entsteht ein Zeitverzug, bei dem niemand genau weiß, ab wann eine Regel gelten soll. Möglicherweise wird der Beschluss in den kommenden Monaten doch noch angenommen, vielleicht in veränderter Form. Bis dahin bleibt ein großes Fragezeichen, und Zeit ist in der Schifffahrt immer auch Geld.
Für Unternehmen ist das schwer zu handhaben. Jede strategische Entscheidung kostet Geld, und kein Unternehmen kann es sich wirtschaftlich leisten, in eine Sackgasse zu fahren. Wer zu früh auf das falsche Pferd setzt, verliert unter Umständen viel Geld, deshalb drängt sich niemand in die erste Reihe. Abwarten ist in dieser Lage keine Schwäche, sondern ein Teil der Risikosteuerung.
Wenn die Regeln offen sind, ist Beweglichkeit die beste Strategie.
Beweglich bleiben, wenn die Richtung offen ist
Operativ bleibt es spannend. Gut beraten ist, wer neben einer durchdachten Strategie jederzeit über genügend Liquidität verfügt. Dann lässt sich schnell reagieren, sobald Klarheit herrscht, und es bleibt Spielraum für die Entscheidungen, die der Alltag im Schiffsbetrieb ohnehin verlangt.
Besonders im Schadenfall zählt jeder Tag, damit die Schiffe schnell wieder laufen. Der Selbstbehalt der Kaskoversicherung wird dann sofort fällig und belastet die Kasse in einem Moment, in dem ohnehin viel auf dem Spiel steht. Die Ausschnittsdeckung übernimmt diesen Selbstbehalt. Wie das für Ihre Flotte aussehen kann, besprechen wir gern mit Ihnen, sprechen Sie uns über den Kontakt an.
Fazit
Die Klimaziele der IMO für die Schifffahrt bleiben ein Thema mit offenem Ausgang. Solange nicht klar ist, wer mitzieht und ab wann welche Regeln gelten, ist Zurückhaltung bei großen Investitionen nachvollziehbar. Klug handelt, wer seine Strategie vorbereitet und seine Liquidität schützt. So bleibt das Unternehmen beweglich, ganz gleich, in welche Richtung sich die Regulierung entwickelt.


